Maus fliegt solo

Maus fliegt solo

Wow. Das ist mal wieder einer der Momente, wo ich denke, die Zeit vergeht wie im Fluge. Dieses Mal im wahrsten Sinne des Wortes. Maus tritt ihren ersten solo Flug von Berlin nach Zürich an. Sie darf meinen frisch überholten Rimowa Koffer mitnehmen. 

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Die Vorbereitung:

Wenn ein Kind alleine fliegt, muss man, also in dem Fall ich, die Buchung telefonisch machen. Wir haben für die Premiere die SWISS gewählt. Nicht nur Nostalgie, auch deshalb weil wir sicher gehen möchten, dass sich Maus an Bord wohl fühlen wird und gut aufgehoben ist. 

Bereits bei der telefonischen Buchungsanfrage sollte man die Telefonnummern des Bringers und des Abholers bereit halten. Bei uns ist das einmal die vom Papi und einmal die vom Grossmami in der Schweiz. Da ich ein Fan von guter Vorbereitung bin, habe ich unmittelbar nach der Buchung das Formular für die Flugreise mit Kind ausgefüllt und ausgedruckt. Pro Weg braucht man zwei Exemplare. (Man kann dies auch noch am Flughafen machen, aber es ist mir lieber, wir haben's schon fertig mit dabei). Übrigens findet man das ganze Prozedere nochmals auf diesem Formular aufgelistet.

Den Begleitservice (Kostenpunkt für Europa 60 Euro) habe ich separat gebucht; Je nach dem kann man das aber auch in einem Schritt erledigen. Einfach nachfragen. 

Papi oder der sogenannte Bringer soll dann noch bis 10 Minuten nach Abflug am Flughafen bleiben und Grossmami, die Abholerin, muss rechtzeitig in Zürich am Gate bereit stehen. Die Flugbegleiterin wird ihr dann Maus gegen Vorweisen der ID und gegen Unterschrift übergeben.

Ich fasse zusammen:

  1. Telefonische Flugbuchung für das Kind. Zum Beispiel bei SWISS. (Kontakt).
  2. Optional, falls nicht schon in Punkt 1 erledigt: Weiteres Telefonat an SWISS, um den Begleitservice dazu zu buchen.
  3. Formular ausfüllen und ausdrucken (pro Weg zwei).
  4. Eine Woche vor dem Flug nochmals anrufen und sich alles bestätigen lassen.
  5. Sicher gehen, dass Bringer und Abholer ihre Personalausweise dabei haben.

Ich habe Maus noch ihre zwei Ring-Rings Armbändchen angezogen. Auf je einem Gummibändchen steht jeweils ihr Vor-und Nachname, sowie einmal meine Telefonnummer und einmal die vom Papi.

Diese Bändchen sind absolut genial und haben sich schon oft bewährt. Auch perfekt für den Strandurlaub, weil man damit auch ins Wasser gehen kann. Eines leuchtet sogar in der Nacht. Und Mips hat natürlich auch eins. Da habe ich einfach statt ihren Namen "Call Mama" plus meine Telefonnummer einprägen lassen.

Im Rucksack hat sie folgendes mit dabei:

  • Ersatzhose und Unterhose (mit Plastiksack) für den Fall, dass sie was ausschüttet oder sich nicht getraut auf Toilette zu gehen.
  • Der "Leio", ihr liebster Kuschel-Leopard, der eigentlich ein Gepard ist
  • Mein altes iPhone mit Hörspielen und Kopfhörern von Skullcandy
  • Eine Packung Joghurt Reiswaffeln (natürlich Bio)
  • Ihr neustes Buch mit Pferdegeschichten
  • Eine Wasserflasche (nicht die Schöne von Sigg, sondern diejenige, die sie von ihrer Schule geschenkt bekommen hat)

Die Reise kann los gehen:

Am Check-in Schalter bekommt Maus einen grossen roten Umschlag, in den der nette Herr (zur Abwechslung nicht ironisch gemeint) die beiden von mir vorbereiteten Formulare, den Boardingpass und die ID (Perso) von Maus verstaut. Auf den Umschlag schreibt er Vor-und Nachnamen, Alter, Flugnummer und Destination auf.

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Maus ist irritiert und fragt, wieso sie sich einen Umschlag umhängen soll, der an einem Schnürsenkel befestigt ist. Naja, halb so wild. Der Koffer ist aufgegeben, die Nervosität steigt. Maus hat jetzt den offiziellen UM Status (unaccompanied minor).

Zu unserer Überraschung gibt mir der nette Herr auch einen Boardingpass und so kann ich Maus tatsächlich noch bis zum Eingang begleiten, also doch nicht so unbegleitet. Wir kaufen noch eine Bretzel und dann ist's auch schon soweit. Zusammen mit zwei anderen Mädels (10 und 12 Jahre alt) wird sie von einer Flugbegleiterin abgeholt. Super, sie sitzen alle zusammen in einer Sitzreihe. Perfekt.

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Ciao Maus, einen schönen Flug!

Ich verkneife mir ein paar Tränen, weil ich nicht so gerne in public weine. Die bereits versammelten Fluggäste haben die ganze Szenerie sowieso schon voll unter Kontrolle, wo sollen sie auch sonst hingucken... Die Kinder waren nämlich die ersten Fluggäste, die einsteigen konnten. Noch vor den Business Leuten. Was ich grossartig finde. Und anscheinend nicht bei jeder Airline so gemacht wird. Das erzählt mir dann der Vater der beiden Mädels, der mit mir zusammen am Gate wartet bis die Maschine abgehoben ist. 

Seine Mädchen machen das anscheinend immer in den Schulferien. Und finden es grossartig. Bei SWISS sind die Kinder sehr gut aufgehoben und immer in Begleitung. Auch beim Aussteigen sind sie die ersten. Das sei auch nicht bei jeder Airline so, meint er.

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Anderthalb Stunden später ruft mich meine Mutter an. Alles bestens. Maus ist gelandet. Ich möchte sie noch schnell sprechen. Und? Wie war's frage ich. Das iPhone hätte keinen Akku mehr gehabt und sie hätte dann halt einfach gemalt. Ok, sorry, es ist leider wirklich alt... Und gab's was zu essen? Ja, aber sie hat das Sandwich für später aufgehoben. Und sie hätte das von ihrer Nachbarin (dem grossen Mädchen) auch noch bekommen. Und? Machst Du's wieder? Ja, klar, wieso? Ich muss jetzt los. Wir fahren zur Jucker Farm. Ciao Mami.

Schöne Ferien, sag ich noch, doch sie ist schon weg.

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Das Führungszeugnis

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Ich und meine kleine Schwester

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