Auf die Zähne beissen

Auf die Zähne beissen

Es ist mal wieder ein ganz normaler Samstag in Berlin. (Zumindest von aussen betrachtet). Und ich habe mich in unsere Küche zurückgezogen, mir eine Kerze angezündet und eine Tasse ChariTea aufgegossen. Die gibt es jetzt nämlich auch in Form von Teebeuteln, zum Beispiel bei IKEA. Draussen ist’s grau und kalt, aber die Sonne drückt durch die Wolkendecke.

Heute Morgen weckte uns Maus mit Ukulelen Geklimper und ihrer Elefantenhupe vom Flohmakt (wieso hab ich die gekauft!?!). Ich bin fertig. Wir alle sind fertig. Mips kämpft seit gestern mit hohem Fieber und wenn sie nicht gerade schläft, hustet sie sich die Seele aus dem Leib. Ich habe schon alle meine Hausmittelchen durch. Zwiebelwickel, Honigmilch mit Zwiebeln und Thymiantee mit Honig.

Gestern haben wir den ersten Mailänderli-Teig gemacht. Ich habe ihn zum ersten Mal mit sogenanntem Xucker gemacht. Mal schauen ob man’s schmeckt. Der soll 40 Prozent weniger Kalorien haben, stammt aus Finnland und das Ursprungsmaterial ist aus Holz. Abfüllung und Vertrieb wird aber in Berlin gemacht. Als ich diese Woche mal wieder eine dm-Bestellung gemacht habe, wurde mir dieses Produkt vorgeschlagen, also dachte ich, probieren geht über studieren. Und ein paar Kalorien einsparen tut uns allen grad gut.

Heute Nachmittag verwandelt sich unsere Küche also in die Weihnachtsbäckerei. Hier passend Mausis Lieblingslied aus der Schule:

Mir ist in den letzten sechs Wochen klar geworden, dass ich Prioritäten setzen muss, sonst werde ich dieses Konstrukt nicht überstehen. Obwohl alles super gestartet ist mit Blog und Job, fand ich mich nach ein paar Wochen in altbekannten Mustern wieder, hatte schon Stress, wenn ich morgens auf den Posteingang meines iPhones schaute, setzte meinen persönlichen Massstab super hoch an und hatte das Gefühl, ich müsste jederzeit erreichbar sein und immer alles sofort erledigen. Aber so läuft das nicht. Es geht hier nicht um Leben oder Tod.

Die Anfangseuphorie wurde von schlaflosen Nächten, massiven Nackenverspannungen und Schwindelanfällen abgelöst. Mein Tag begann um halb sieben und war bis fast um Mitternacht pausenlos durchgetaktet. On top kamen noch die ganzen Verpflichtungen der Vorweihnachtszeit, sowie Haushalt schmeissen und den Alltag organisieren.

Mich dann abends nochmals an den Rechner zu setzen fiel mir schwer. Ich war todmüde und unglücklich, dass ich nicht mehr so viel schreiben konnte, wie bisher. 

Ich rief auf dem Arbeitsweg verzweifelt eine Freundin an und bat sie um ihren Rat. Sie kannte diese Situation nur allzu gut. Sie riet mir, beiss durch. Gib dir Zeit und schalte einen Gang zurück. Du kannst ja selbst bestimmen, wann und wie oft Du postest und einen Money-Job zu haben ist auch wichtig. Nicht nur wegen dem Geld, aber auch, um mal zu sehen, wie das ist, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Ja, du hast recht, sagte ich, schluckte meine Tränen hinunter und ging ins Büro.

Bestimmt lerne ich auch vieles. Vor allem was es bedeutet in einem Deutschen Arbeitsumfeld zu arbeiten, dazu in einer so grossen Firma. (Es ist wirklich sehr anders, wie in der Schweiz). Und mir ist es auch wichtig, Maus zu zeigen, dass man bei den ersten Schwierigkeiten nicht gleich aufgibt.

Ich habe also einen Gang zurück geschaltet, habe versucht, etwas mehr durchzuatmen, auch mal früher ins Bett zu gehen und nicht um jeden Preis noch schnell einen Beitrag zu machen. Denn, es ist mir wirklich ein sehr grosses Anliegen, dass meine Beiträge mit Sorgfalt gemacht sind und dass ich dahinter stehen kann.

Ein Freund sagte mir, hey, konzentriere dich ganz einfach auf die Dinge, die für dich wichtig sind. Die Stadt ist viel zu gross. Schreibe über ausgewählte Stecknadeln im Heuhaufen und vergolde sie mit deiner Leidenschaft.  

Es ist ja auch nicht so, dass mir die Geschichten ausgegangen sind. Nein! Im Gegenteil. Ich habe so viel zu erzählen. Gerade gestern hatte ich so eine schöne Unterhaltung über Berlin und die Ossis mit und bei meiner neuen Lieblingsfriseurin. Oder letzten Mittwoch, da war ich mit Maus auf dem Weihnachtsmarkt. Nur wir zwei. Es hat geregnet, aber es war egal. Wir haben es total genossen und ich war so froh, dass ich es durchgezogen hatte. Unbezahlbare Mami-Maus-Zeit.

Die Geschichten dazu folgen. Versprochen. Und auch noch unsere 14 Lieblingsdinge aus Berlin. Und noch viel mehr...

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Lesern und Leserinnen von ganzem Herzen bedanken! Ich weiss nicht, wie viele da draussen sind, die Hoi Berlin regelmässig besuchen, aber es bedeutet mir sehr viel. Auch wenn ihr einen Kommentar hinterlässt oder eine Mail schreibt. Tausend Dank! Das ist Balsam für meine Seele und hilf mir enorm beim auf die Zähne beissen und weiter machen!

Für mich ist nach wie vor ein absoluter Glücksmoment, wenn ich einen neuen Post veröffentlicht habe. Es fühlt sich jedes Mal an, als hätte ich einen kleinen Berg erklommen. Umso schöner wenn ich damit etwas bewirken kann und ich freue mich auch sehr, wenn ihr meine Geschichten und Beiträge teilt.

Für diejenigen, die lieber eine geballte Ladung Hoi Berlin möchten, können sich ganz unten auf der Seite für den Newsletter anmelden. Jeden Mittwoch kommen dann die neuen Geschichten und Tipps direkt in eure Mailbox.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit viel Freude und Farbe!

hoiberlin-friedrichshain-bunt

 

 

 

Maus-Zeit auf dem Weihnachtsmarkt

Maus-Zeit auf dem Weihnachtsmarkt

Wunschzettel von Mips

Wunschzettel von Mips