Wie wir bei 35 Grad die Weihnachtspostfiliale des Weihnachtsmannes fanden

Ein Rückblick.

Es war der heisseste Sommertag überhaupt und wir sind schon früh morgens aus der Stadt geflüchtet.

Leider waren wir nicht die einzigen mit dieser Idee. Also standen wir erst Mal für gut ne Stunde im Stau und waren noch nicht mal auf der Autobahn. Unser Ziel war der Stechlinsee. Bekannt als einer der schönsten Seen Brandenburgs. Mann und Maus wollten um jeden Preis Kanu fahren. Gut.

Mit Verspätung kamen wir beim bereits komplett überfüllten Parkplatz an und mussten dann auf auf Nr.3 parken, der am weitesten vom See entfernt lag. Mit der Aussicht auf den schönsten See, rissen wir uns zusammen, verteilten unsere 7 Sachen so gut es ging auf unseren Schultern und spazierten bei Mittagshitze in Richtung Stechlinsee. Es wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen, unseren lang ersehnten Bollerwagen dabei zu haben. Aber eben. Der stand noch immer auf unserer Wunschliste. 

Bei der Touristeninformation bat ich meinen Mann, schnell reinzugehen, um sich schlau zu machen. Er kam mit langem Gesicht und weinender Maus an der Hand wieder raus. Oh weh. Wir befanden uns in Mitten eines Naturschutzgebietes. Kanu fahren war absolut tabu. Maus war am Ende. Wir machten rechtsumkehrt. Die Hitze war noch schlimmer. Die Stimmung komplett am A.

Zurück im brütenden Auto, suchten wir nach Seen in der nächsten Umgebung und fuhren drauflos.

Niemand sprach mehr ein Wort. Auf unserer dreissig minütigen Fahrt mit krampfhafter Suche nach einem öffentlichen Badeplatz mit Kanu Erlaubnis kamen wir nicht mal an einem Eisladen vorbei. Es war Sonntag auf dem Lande.

Am Ende führte uns eine Mischung aus Google Maps und in Erinnerung gerufenen Empfehlungen zum Camping Himmelpfort am Stolpsee. Dort angekommen machten wir Picknick, pumpten das Kanu auf und zogen eine Runde auf dem See. 

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Wir schwammen und plantschten, hatten im Wasser eine Begegnung mit einer Ringelnatter (bereits zum zweiten Mal!) und genossen unsere wohlverdiente erfrischende Pause am See. Wir waren fast die einzigen und man konnte weit raus laufen, auf sandig weichem Boden. Als sich von weitem ein Gewitter zusammen braute, packten wir und liessen die Luft aus dem Kanu.

Da wir unser Eis-Versprechen noch einlösen wollten, haben wir in Himmelpfort Halt gemacht. Ein eingehäkelter Baum machte uns neugierig. Wir stiegen aus und standen vor der offiziellen Weihnachtspostfiliale des Weihnachtsmannes! Unser ungeplanter Ausflug hat sich nun gleich doppelt gelohnt! Wie toll.

Beim Eis essen hatten wir die Möglichkeit einen Blick ins die Stube des Weihnachstmannes zu werfen. Wir sahen sein Bett, seinen Mantel und ein paar Tische, an denen seine fleissigen Weihnachtsengel Briefe aus aller Welt beantworten würden. Es war niemand da. Aber wir lasen, dass alle Briefe, die bis 10 Tage vor Heiligabend eintreffen, ganz sicher persönlich beantwortet werden. (Jedes Jahr würden tausende von Briefen aus aller Welt eintreffen und dann in Deutsch und 15 weiteren Sprachen beantwortet).

Maus war Feuer und Flamme und konnte ihr Glück kaum fassen. Schnell schrieb sie einen improvisierten Wunschzettel und einen Brief an den Weihnachtsmann. Diese Chance konnte sie sich doch nicht entgehen lassen!

 Und auch ich freute mich riesig über den positiven Ausgang unseres Sonntagsausfluges!

Sie warf ihren Wunschzettel und den Brief an den Weihnachtsmann höchstpersönlich in die dafür vorgesehenen Briefkästen. Ihr Wunsch: Ein schwarzes und ein weisses Kaninchen mit passendem Käfig. Lassen wir uns mal überraschen. 

Jedes Jahr eröffnet die Deutsche Post mitte November in Himmelpfort die Weihnachtspostfiliale. Öffnungszeiten und weitere Infos gibt's hier.

Für alle, die keinen Ausflug nach Himmelpfort geplant haben oder schlicht und einfach zu weit weg wohnen, hier die Postanschrift: An den Weihnachtsmann, Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort