Ausflug zum Baumkronenpfad

Inspiriert von der Wettervorhersage, die ausnahmsweise mal recht hatte, verschlug es uns heute zu den Beelitz-Heilstätten, die rund 50 Kilometer von der Innenstadt Berlins entfernt liegen. Eine Oase mit frischer Luft, vielen verschiedenartigen Bäumen und sehr eindrucksvoller Architektur. Hier fanden wir die Ruinen alter Lungenheilanstalten und Sanatorien, die um 1900 erbaut wurden und begaben uns auf eine Zeitreise über den Baumgipfeln.

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Auf einem sogenannten Baumkronenpfad, der rund 20 Meter über dem Boden angelegt ist, konnten wir mit Hilfe von Infotafeln in die Vergangenheit eintauchen und von oben in die Gebäude reinspähen, die zum Teil etwas gruselig anmuteten.

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Hier ein Auszug aus der Geschichte (© Baum & Zeit)

Vor den Pavillons befanden sich Liegehallen, denn zur Tuberkulosebehandlung der damaligen Zeit gehörte die sog. "Liegekur", das stille Liegen an frischer Luft. Dafür wurden insgesamt zwischen 250 und 350 Meter lange Liegehallen errichtet. Zwischen der Eröffnung der Heilstätten 1902 und dem Jahr 1926 waren bereits 66.445 Männer, 43.953 Frauen und 6.559 Kinder als Patienten aufgenommen worden.

Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges, am 3. August 1914, wurden alle transportfähigen Patienten aus den Heilstätten entlassen, da das Klinikgelände zum Vereinslazarett des Roten Kreuzes wurde. In der Kriegszeit standen 1.525 Betten zur Verfügung, 12.586 Soldaten wurden verpflegt, darunter auch der damals noch unbekannte Gefreite Adolf Hitler. Erst 1920 wurde aus dem Lazarett wieder die Lungenheilstätte.

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Es war auch ab Dezember 1990 der Aufenthaltsort des an Leberkrebs erkrankten Erich Honecker, bevor er und seine Frau Margot am 13. März 1991 nach Moskau ausgeflogen wurden.

Und hier gibt's noch mehr Informationen über diesen geschichtsträchtigen Ort.

Der Ausflug eignet sich für jung und alt und wir hatten einen prächtigen Tag dafür erwischt. Bei schönstem Sonnenschein und bunt gefärbtem Herbst, wie er im Bilderbuch steht. Man sagt, man sähe von der 40 Meter hohen Aussichtsplattform den Fernsehturm. Wir haben ihn leider nicht gesehen. Dafür einen Heissluftballon aus nächster Nähe. 

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Übrigens ist das Ganze barrierefrei. Also auch mit kleineren Kindern im Kinderwagen oder für Rollstuhlfahrer geeignet. Für Verpflegung ist auch gesorgt. Im Biergarten kann man sich bei Kaffee und Kuchen oder einer leckeren Wurst den Hunger stillen. Und die Kinder können sich nochmals ausgiebig auf dem Kinderspielplatz austoben, bevor's dann wieder zurück in Richtung Stadt geht.

Eintritt pro Erwachsenen 9,50 und pro Kind ab 7 Jahren 7,50 Euro. Von November bis Februar ist nur an den Wochenenden (Freitag-Sonntag) zwischen 10.00 und 16.00 Uhr geöffnet.

Man kann auch an Führungen teilnehmen.