Zürich/Berlin. Ein Kontrast

Berlin ist cool, Berlin ist hip und Berlin bietet ein unglaubliches Spektrum an Vielseitigkeit, wenn man da lebt. Berlin hat uns aber auch zu Patrioten gemacht. Wir stehen offen dazu. Und deshalb schätzen wir Zürich, unsere Heimatstadt (seit wir nicht mehr hier leben...) umso mehr .

Ich habe 14 Fakten gesammelt, die mir in der letzten Woche aufgefallen sind. Wie immer mit einem Augenzwinkern, versteht sich. (Und in Klammer, wie die gleiche Situation in Berlin aussähe).

1.     Man kann ohne grosse Bedenken seine Tasche in der S-Bahn auf den Boden stellen (niemand stellt freiwillig seine Tasche auf den schmutzigen Boden einer Berliner S-Bahn, auch wegen Diebstahlgefahr).

2.     Man wird von fremden Leuten auf der Strasse gegrüsst (wieso sollte sich jemand die Mühe machen?).

3.    Graffitis oder Tags fallen auf wie Pickel in einem perfekten Gesicht (alles ist voll davon, Streetart ahoi. Weisse, leere Wände sind eine Seltenheit).

4.     Auswärts essen gehen kostet ein Vermögen. Man sorgt besser vor und nimmt was von zu Hause mit. Eine Pizza kostet zum Beispiel 25 Franken. (Soviel bezahlt man in Berlin für die ganze Familie, wenn überhaupt).

5.     Fremde Menschen geben entschuldigend mit den Worten „es dauert nicht mehr lange“ den Tisch im Restaurant frei und wünschen einen schönen Tag. (Man wird angerempelt und wenn man Pech hat von jemand anderem auf die Seite geschoben und kann sich wieder hinten anstellen).

6.     Ältere Menschen freuen sich über unsere Kinder (die Kinder werden angemotzt oder ignoriert).

7.     Die schönsten, teuersten Fahrräder sind mit einfachsten Schlössern an Gartenzäune gekettet und stehen auch nachts! da (Zwei Schlösser sind das mindeste. Am besten man nimmt sein Rad mit in die Wohnung).

8.    Die Porsche und Jeep Dichte ist enorm (da kann nicht mal der Prenzlauerberg mithalten).

9.     Wenn man sich verabredet, erscheinen alle pünktlich. Falls jemand 5 Minuten zu spät kommt, schreibt er eine entschuldigende SMS (Was? Wir waren verabredet? Du hast gewartet? Dein Problem).

10.  Die Kindernamen sind nicht so altmodisch (Karl-Heinz Rüdiger, Wikipedia und Anton wohnen in Berlin).

11.  Man braucht das Obst und Gemüse beim Einkaufen nicht zu kontrollieren; es ist meist einwandfrei (Wenn man’s nicht genau anschaut, kann es gut sein, dass es zum Teil verschimmelt oder kaputt ist).

12.  Die kompetente Apothekerin nimmt sich Zeit für eine persönliche Beratung und weiss genau Bescheid (Man muss selbst wissen, was man will. Niemand übernimmt die Verantwortung).

13. Man kann sein iPhone im Restaurant an der Bar aufladen ohne dass es geklaut oder kaputt gemacht wird (undenkbar!).

14.  Die Strassen sind sonntags und an Feiertagen menschenleer. (Was für einen Tag haben wir heute?)