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Es ist Samstagmorgen, ich sitze in unserer halb eingerichteten Wohnung mit ihren 3,5 Meter hohen weissen Räumen, draussen bieten sich Wolken und Sonne ein Wechselspiel und lassen die gegenüberliegende Hausfassade immer mal wieder aufleuchten. Durch die Mauern dringt leise Musik von den Nachbarn und im Hof hört man hin-und wieder ein Kinderlachen oder ein Scheppern von Flaschen, die gerade entsorgt werden.

Mein erster Berliner-Zwetschgen-Kuchen erfüllt den langen Gang mit einem süssen Duft und ich geniesse ein paar freie Stunden, während Maus und Mann das Auto von der Reparatur abholen.

Schon 22 Tage in Berlin und noch immer ohne eigene Internetverbindung.

Da es mich beschäftigt, wie unglaublich abgeschnitten man ohne Verbindung zum www ist, muss ich es an dieser Stelle einfach nochmals erwähnen. Die einzige Möglichkeit zwischendurch mal die Mails abzurufen ist, per äxgüsi vor einem netten Lokal im Quartier (also wie man hier sagt, Kiez) halt zu machen, ein wenig (möglichst unauffällig) mit dem Handy in der Hand zu verweilen, das Kind im Auge zu behalten, damit es ja nicht anfängt in den verkakten Kiesbeeten, die liebevoll um die Bäume angelegt sind, kleine Sonnen zu zeichnen und so schnell wie möglich, Mail, Whatsapp und Instagram auf den neusten Stand zu bringen. Für Facebook ist keine Zeit. Dann ab nach Hause. Hände waschen.

Wir wurden ja bereits vorgewarnt. In dieser Stadt braucht man ganz viel Geduld und Nerven. Zum Glück gibt's Kuchen. En Guete!

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