Kindergeburtstag zu Hause feiern

Mit ein paar Wochen Verspätung packten wir es an. Mausis Geburtstagsfeier. Einladen durfte sie sieben Kinder. Pro Jahr eins. Fair enough. Sie entschied wer. Zwei Jungs, sechs Mädchen, inklusive Maus. Die Einladungen wollte sie selber gestalten. Gut, ich packte die wunderhübschen Karten von Ava & Yves zur Seite und seufzte.

Sie schnappte sich die bunten Karton Fähnchen, die ich im Flying Tiger gekauft hatte, suchte sich pro Person eine Farbe aus, notierte alle Infos und klebte dann noch mit Washi Tape einen Lolli darauf. Sah gut aus, ich geb's zu.

Ich setzte die Rahmenbedingungen. Sonntags, 14 bis 17 Uhr. Im Park. Auf keinen Fall bei uns in der Wohnung. Tja. Es kam wie es kommen musste. In Berlin regnete es in der letzten Woche in Strömen. Friedliches Feiern im Park war Wunschdenken, sommerliche Tage bei Weitem nicht in Sicht.

Der Tag rückte näher und ich verschickte die Nachrichten per Whatsapp dass wir dann also bei uns zuhause feiern würden... Wir schmückten das Wohnzimmer mit Ballons, Girlanden und Pompons. Wie hübsch, sollten wir öfters machen. Bei der Schatzinsel holte ich noch eine Ballon Sieben zum selber aufpusten.

Und dann ging's an die eigentliche Vorbereitung, nebst obligatem Schokokuchen und Goodie Bags*. Der Evakuierung von Dingen, die mich nerven, wenn sie kaputt oder an die Wand geschmiert sind.

Aufgrund einschlägiger Erfahrungen in der Vergangenheit, packte ich also schon mal mein gesamtes Schminkzeug weg, versteckte vor allem die Lippenstifte, die Parfum Flakons und sämtlichen teuren Kosmetikprodukte. Den Mülleimer im Bad stellte ich möglichst weit vom Klo weg, weil es tatsächlich schon mal ein Kind geschafft hatte, sein Klopapier in den Mülleimer zu stopfen nachdem es Gross gemacht hatte...  Die Türen unseres Schlafzimmers blieben zu. (Fremde und auch eigene Kinder, die auf unserem Bett rum hüpfen mag ich gar nicht).

Für den Empfang standen selbst gemachte süsse Pop Corns und Gummi Mäuse bereit.

Der erste Gast kam um 13:45 Uhr. Voll ok. Die letzte nachdem ich nochmals eine Nachricht verschickt hatte, dass die Party imfall schon ne Stunde am laufen sei, um 15:00 Uhr. Ohne Kommentar. Wir spielten Tiere erraten. Kennt ihr ja bestimmt. Jeder bekam ein Post-it auf die Stirn geklebt. Darauf stand ein Tier geschrieben. Jeder musste anhand von Fragen herausfinden, was er oder sie für ein Tier ist. Das ging so für ne gute halbe Stunde gut, bis die Kids angefangen haben sich gegenseitig zu verraten, was der andere ist.

Wer erraten hat, was er ist, durfte sich einen Preis aussuchen. Jeder sollte einen Glibschi bekommen. So ein Viech (Frosch oder Schlangenform), das man gegen die Fensterscheibe schmeissen kann und dann so runter gleitet. Sieht bei Schlagen und Fröschen ziemlich echt aus. Natürlich hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Kinder das so toll finden, dass sie gleich in der ganzen Wohnung damit spielten. Die frisch geputzten Fenster (hätten wir das gewusst, hätten wir natürlich gewartet), der Fernsehen und unser Sideboard waren die perfekten Glibschiflächen. 

Oh jeminehh. Am Ende klebte sogar ein roter Frosch an der Decke. Mein lieber Mann musste den dann in einer halsbrecherischen Aktion vom Hochbett aus runter kratzen und riss einen Teil der Decke runter. Geil, oder? Alle Glibschis wurden beschlagnahmt und erst wieder unter der Türe beim Verabschieden freigegeben.

Dann kam der Bastelpart. Wir bemalten Stofftüten. Und waren auch hier der Meinung, dass wir schampar schlau seien, in dem wir extra dafür Textil Stifte gekauft hatten und nicht etwa Pinsel und Farbe einsetzen mussten. Das eine Mädel schaffte es tatsächlich ihr weisses Shirt komplett rot zu verspritzen (mit dem Stift) und den Angora Pulli ihrer Nachbarin ebenfalls. 

Mein Mann aka der Wäscher, schnappte sich die schmutzigen Klamotten und legte eine Waschsession ein. Die Textilfarbe Sprays mussten dann unter Aufsicht eingesetzt werden.

Im Anschluss ans Basteln spielten wir das Flaschenspiel. Ja, echt. So sieht man sich wieder Jahrzehnte zurück versetzt. Aber dieses Spiel hatte nichts mit Küssen zu tun. Die Flasche diente lediglich dazu, die Reihenfolge des Geschenkeauspackens zu bestimmen. Fand ich gut. Wir liessen dann noch die Konfetti Kanonen knallen. Jetzt spielte es auch keine Rolle mehr. Putzen mussten wir sowieso. Der Glitter Glammer sorgte für grosse Aufregung!

16:30 Uhr. Das Timing schien perfekt zu sein. Zeit für den Schokokuchen (und Zuckerboost) zum Abschluss. Als wir alle wieder eingefangen hatten und sie sich um den Tisch gesetzt hatten, fing die Diskussion an, wer aus welchem Grund ein grösseres oder kleineres Stück Kuchen hätte.

Wie gemein es sei, dass gewisse bereits beim zweiten Stück seien und wie ungerecht, dass die andere mehr Smarties auf ihrem hätte... Geniesst doch einfach den Kuchen, liebe Kinder, sagte ich, wurde aber gar nicht gehört. 

Mein Mann hatte uns inzwischen zwei Gläser Rotwein eingeschenkt. And sip! um es mal in der Sex and the City Sprache auszudrücken. Bald ist es vorbei und wir können die Beine hochlagern (nachdem wir gesaugt, geputzt, die Wohnung renoviert und allen Müll entsorgt haben, ha ha ha). 

Die ersten Kinder wurden tatsächlich super pünktlich um 17 Uhr abgeholt. Bravo. Wir hatten grad die erste Runde Stop Tanz mit dem Soundtrack von Bibi &Tina, Jungs gegen Mädchen (welches ich mittlerweile Wort für Wort mitsingen kann) angefangen. Uff. Zwei weniger. Ich dachte schon, die Nachbarn klingelten... Man stelle sich acht Kinder vor, die in einer Berliner Altbauwohnung zu lauter Kindermusik rumspringen. Ein Erdbeben ist Dreck dagegeben...

Eine Mutter blickte uns unter der Tür mitleidig an, als sie das ganze Chaos sah und meinte, sie würde aus Prinzip nicht mehr zuhause feiern. Sie hätten sich geeinigt, etwas mehr auszugeben, um was mit der Gruppe zu unternehmen und dafür zuhause ihre Ruhe zu haben. Word!

Der letzte wurde dann um viertel vor sechs abgeholt. Der sagte auch selber schon seit 17:15 Uhr, dass er jetzt keine Lust mehr hätte und raus möchte, damit er noch was anständiges spielen könnte. Ich seufzte und nahm nochmals einen Schluck Wein. 

So. Gegen 18 Uhr waren dann alle abgeholt. Maus nudelfertig, aber glücklich. Mission erfüllt! Mips war auch noch da (irgendwie hatte sie sich den ganzen Nachmittag super unters Volk gemischt. Ha, ha), hatte sich in der Zwischenzeit ihre Fingernägel mit den Textilstiften bunt angemalt und rannte damit quer durch die Wohnung. Zudem hatte sie die restlichen Haribo Tüten entdeckt und sie in der Lego-Kiste versteckt.

Später, als dann die Kinder im Bett waren und wir die Küche aufräumten, schauten wir uns nur an und schwörten uns (beim dritten Glas Rotwein), dass dies die letzte Kinderparty in unserer Wohnung gewesen war. Schauen wir mal...

 

 

*Der Goodie Bag von Krima & Isa enthielt übrigens: Eine Tröte, zwei Packungen Mini Haribos, einen Glibschi (wie schon erwähnt), zwei Packungen Smarties, ein Maoam und ein Pixi.