Der Kita Startschuss ist gefallen

Montag und Woche 5 nach unserem Umzug von Berlin nach Zürich.

Maus hat heute in die dritte Schulwoche gestartet und wir können alle schon etwas besser schlafen. Es kommt langsam, würd ich jetzt mal behaupten. (Internet haben wir aber noch immer nicht, so neben bei gesagt).

Ich war für ein verlängertes Wochenende in Berlin und habe es total genossen, zurück in meiner ach so vertrauten Umgebung zu sein. Es ist so, wie wenn man ne alte Freundin wieder trifft. Hoi Berlin, da bin ich (schon) wieder. Erklären muss man nichts, man kennt sich ja. Aber 5 Wochen sind ja auch noch nichts... Das ist gerade mal so lang wie die Schweizer Sommerferien. Aber zu Berlin und was ich da gemacht habe in einem anderen Beitrag.

Mips war heute an der Reihe. Wir hatten Tag 1, der Kita-Eingewöhnung.

Punkt 9:00 Uhr standen wir da. Mit dabei hatten wir die Finken aka Hausschuhe, eine Trinkflasche, eine ganze Menge Ersatzkleider (denn Mips braucht keine Windeln mehr.... yeah! Ausgerechnet jetzt, wo ich doch noch so viele Windeln in Deutschland auf Vorrat gekauft hatte...), den Nuggi, den brav ausgefüllten Zettel mit den Noftallnummern und ein Blatt mit einer kleine Vorstellung was Mips mag und wer sonst so zu ihrem Leben dazu gehört. Ach ja, nicht zu vergessen, den pinken Kuschelhasen. 

Hier in Zürich in Mipsis Kita gibt's ein ausgiebiges Z'Nüni (ab halb 9 Uhr) mit Obst, Butterbrot, Tee und Marmelade. Die Kinder dürfen sich das selbst zubereiten. Dafür sitzen alle in der Küche an zwei grossen Esstischen. In Berlin gab's um halb zehn Obst, welches die Erzieher vorher schnipselten und die Kinder dann an ihren Tischen assen, die mitten in der Kita standen. An denen wurde auch gebastelt, gespielt und Mittaggegessen. (Das Obst brachten die Eltern im Wochenturnus selbst mit. Pro Familie waren das ca. 2-3 Mal pro Jahr).

Die Gruppengrösse hier in Zürich liegt bei 12 Kindern und 3 Erziehern. Ob das überall so ist, weiss ich nicht. In Berlin waren es 25 Kinder und 3 Erzieher.

Dafür war die Kita staatlich subventioniert und die Kosten beliefen sich pro Monat auf lediglich 23 Euro für's Essen. Hier liegt ein nicht subventionierter Kitatag bei 110 Euro inklusive Mittagessen (pro Tag!).

Das ist auch der Grund, wieso in Berlin praktisch alle Kinder ab einem Jahr jeden Tag in der Kita sind und in der Schweiz nicht. Ich kenne keine Familie in der Schweiz, die ihr Kind jeden Tag in der Kita hat. Wieso? Man rechne nach. 

Heute sollten wir für eine Stunde kommen, damit wir beide die Kita, die Erzieher und die anderen Kinder etwas näher kennen lernen. Mips war zuerst sehr scheu, hinterliess einen grossen Bissen in einem Butterbrot und trank eine kleine Tasse Tee. Danach ging's ins Spielzimmer. 

Die Regeln sind relativ einfach. Die Kinder sind frei und dürfen soweit sie einander nicht verletzen oder gefährden alles machen.

Mips baute als erstes einen Turm mit Bauklötzen und schmiss dann ein Kleinkind um, welches ihr Bauwerk bedrohte. Tränen flossen und ich war etwas beschämt über mein rabiates Kind. Ich sagte nichts und überliess den Fall den Erziehern.

Weiter im Text. Mips fühlte sich ganz wohl und erkundete den Raum, ging zu den Stiften, malte einen Regenbogen (sprich: ein Krikelkrakel mit ein paar Farben) und setzte ein Puzzle zusammen. Dann fand sie ein paar Schleich Tierchen und brachte mir davon den Gekko mit. Da lagen aber auch noch ein paar ziemlich grosse Käfer (ca. Kinderhandgross) auf dem Tisch herum, die Mips offensichtlich störten. Sie packte einen und schmiss ihn direkt an den Kopf der einen Erzieherin.

Oh mein Gott. Was ist denn mit meinem Kind passiert? Ich kenne das gar nicht von ihr. Im Gegenteil. Ist sie zu einer kleinen Rebellin mutiert?

Sie versteckte sich unter meinem Rock und ich wusste nicht recht, was ich sagen soll. Die Uhr zeigte zum Glück schon fünf Minuten vor zehn. Fast geschafft.

Mips sagte, sie hätte lieber echte Käfer als die hier. Ok, das machte es jetzt auch nicht unbedingt besser und ich hoffte, es war einfach ein Missgeschick.

Die Erziehrin fragte mich zum Schluss (also um Punkt 10:00 Uhr), ob ich sonst noch Fragen hätte oder ich noch was los werden möchte.

Nein, alles gut soweit, sagte ich. Und fügte noch dazu, sie hat halt ne grosse Schwester...

Tja. Nun schläft der kleine Wildfang seelenruhig auf dem Sofa und schon bald holen wir Maus von der Schule ab. Unsere Mission für heute ist es, Mausis verschollenen Turnsack wieder zu finden. Der war nach der ersten Turnstunde bereits spurlos verschwunden. Es bleibt also spannend und morgen ist dann bereits Tag 2 der Kitaeingewöhnung. Es sind dafür ebenfalls 60 Minuten eingeplant.