8 Monate und 10 Tage zurück in Zürich

Unser Leben in Berlin liegt mittlerweile etwas über acht Monate zurück. Der Zürcher Alltag hat den Berliner Alltag mit einem langatmigen, super slowmotion High Five abgelöst und trabt nun als braves Zürich-Rössli stolzen Hauptes dahin und tut so, als wäre es nie anders gewesen.

Ja. Wir sind gelandet. Acht Monate hat's gedauert und ein Fuss schwebt noch immer in der Luft. Wird er sich irgendwann zum anderen dazu gesellen? Ich weiss es nicht. Muss er auch nicht, wie ich finde.

Der Astronauten Status ist vorbei. Wir sind wieder ein Teil von Zürich, als wäre es nie anders gewesen.

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Neulich als ich in der Strassenbahn, sprich Tram, gesessen bin und zum ersten Mal, seit ich zurück in Zürich bin, einer meiner liebsten Podcasts Fest & Flauschig von Jan Böhmermann und Olli Schulz gehört habe, wurde mir so richtig bewusst, dass dies nun mein neues Leben ist. Mein Zürich Leben mit Berlin im Herzen. Oder zumindest in einem Teil meines Herzens. 

Ich versuchte meinem Gefühl auf die Spur zu kommen. Fest & Flauschig begleitete mich in Berlin jede Woche in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, während ich, dicht gedrängt mit allen möglichen Leuten, an versprayten Hausfassaden, fensterlosen Häuserfronten, Sehenswürdigkeiten und Touristenströmen vorbei fuhr.

Noch vor wenigen Wochen, hätte der Gedanke an Berlin akuten Herzschmerz ausgelöst. Ein Liebeskummer Gefühl und Tränen in den Augen. Aber nun ist es weg. Und ich bin froh darüber.

Es ist viel passiert in den letzten Monaten. Die letzten Kartons sind dieses Wochenende platt gemacht worden, die Sachen verstaut oder an der Strasse "zum Mitnehmen". Meine Mädchen vermissen ihre Freundinnen von der Schule und der Kita noch immer, aber sie haben auch schon neue Freundschaften geschlossen für die ich sehr dankbar bin. Und der Mann ist glücklich, kann er wieder snowboarden, was das Zeug hält.

So ein Monster-Umzug, an dem so viel dran hängt, braucht ne Weile, um verdaut zu werden.

Ob ich es wieder machen würde? Von einer Stadt in die andere, mit Schulwechsel, Kitawechsel, Wohnungswechseln, Lebenswechsel? Ich weiss es nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich glaube, wenn ich die Zeit zurück drehen würde, auf jeden Fall. Aber mit einem schulpflichtigen Kind würd ich's mir drei Mal überlegen und vermutlich nicht mehr machen.

Ich merke einmal mehr, dass mir Struktur sehr wichtig ist. Und Harmonie ebenso. In der Schule hat Maus die Kurve gekriegt. Sie wird mittlerweile zu Kindergeburtstagen eingeladen (ich finde, ein wichtiges Zeichen für die soziale Integration) und hat auch schon die eine oder andere Verabredung gehabt. Aber es kam langsam und schwermütig ins Rollen und dazu gesellt sich der Leistungsdruck und die ersten Schulnoten. Sie meistert das super, wie ich finde.

Mips wird bald in eine neue Kita wechseln. Ich spürte von Anfang an, dass es in der jetzigen Kita nicht wirklich passt und ich gab zuerst dem Kontrast schuld. 25 Kinder versus 8 Kinder. Alles aufgeräumter, zuckerfreier und mit engen Strukturen. Mips fühlte sich nie richtig wohl und vermisste ihr gleichaltriges Mädchen Rudel und den Trubel drum rum. (Wie wir damals gestartet sind, lest ihr hier: Der Kita Startschuss ist gefallen.)

Nun bin ich super glücklich, kommt sie in eine grosse Kita, mit viel Betrieb und Villa Kunterbunt Charakter. Nach meiner ersten Besichtigung, wusste ich, dass dies die richtige Kita für Mips sein wird! Ein Punkt mehr, der zu meinem entspannteren Alltag beiträgt. 

Zum Ankommen gehört eine grosse Portion geduld und das in sich Hineinhorchen.  

Ich bin froh, sind wir wieder in Zürich. Es fühlt sich richtig an und ist auf einmal kein Thema mehr. Acht Monate ist länger wie ein halbes Jahr und ich habe nicht mehr so das Bedürfnis, allen mitzuteilen, dass wir soeben umgezogen sind. Es ist nicht mehr nötig. Der Alltag ist eingetütet und verspricht weiterhin viel Neues. Zürich hat auch viel zu bieten und ich freue mich nach wie vor, die Stadt (neu) zu entdecken!

Hoi Berlin läuft auch weiter. Entgegen meinen Befürchtungen, ich müsste den Blog seines Namens wegen begraben, unterstützt mich neu die liebe Camilla mit ihren grossartigen Back Rezept Kreationen und ich finde weiterhin genügend Themen, um darüber zu berichten. Einmal mehr hab ich gesehen und erlebt, dass ein Neuanfang und das (schmerzhafte) Zurück-und Loslassen, auch seine Vorteile haben kann. Besser in Bewegung bleiben, als stagnieren. In diesem Sinne, auf die Neuanfänge und jetzt schau ich nur noch nach vorne. Versprochen.