Ein paar Gedanken zum Muttertag

Meine geschätze Blogger Kollegin Andrea Jansen hat es mal wieder auf den Punkt gebracht. 

#jedertagistmuttertag

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Andrea meint, wir sollten den Muttertag endlich einmal abstauben, auf diese grässlichen "We love Mum" Gadgets verzichten (das habe ich jetzt so gesagt) und uns einmal mehr dazu Gedanken machen, wo wir heute 2018 als Frau und Mutter stehen.

Oh, wie bin ich mitten ins Fettnäpfchen getreten, als ich mir auf dem Mamablog erlaubt habe, mit viel Selbstironie über mein neues Hausfrauen da sein zu schreiben. Frisch zurück aus Berlin, wo Kinderbetreuung und Gleichstellung schon viel fortgeschrittener sind, als hier in der Schweiz. Die vielen Kommentare dazu habe ich nicht gelesen. Die Anrufe und Nachrichten meiner Freundinnen, ich soll nie mehr so was schreiben, zeigten mir

Wie f**** wichtig es ist, genau deshalb darüber zu schreiben!

Und super gibt es Andrea Jansens und auch noch viele weitere Mütter und Frauen, die das gecheckt haben und die sich nicht davor scheuen, darüber zu sprechen, zu schreiben und dafür in Kauf zu nehmen, auch mal anzuecken.

Als ich vor zwei Wochen in Berlin war und mit Freunden und Freundesfreundesn zusammen gesessen bin, ging es genau um dieses Thema. Sie erzählten mir, dass sie eine Freundin aus Berlin hätten, die jetzt in Zürich lebe und total entsetzt darüber war, als ihr Kind nach Hause kam und ausrichten liess, dass 

Das Mami vergessen hatte, dem Kind ausgeblasene Hühner-Eier für die Osterdeko mitzugeben.

Die Diskussion drehte sich dann um dieses DAS und wie unfassbar schrecklich das denn sei, dass man als Schweizer Mutter auf eine Sache reduziert wird. Mir als gebürtige Schweizerin war das natürlich gar nicht bewusst, aber sie hatten mit ihrem Entsetztsein ein stückweit recht. Die Diskussion wirkte noch einige Tage nach und fühlte sich an wie ein Kater. Mhmmm. 

Für meine achtjährige Tochter ist es ein riesen Ding. Sie hat heute Morgen extra einen Wecker gestellt, mir auf der Wiese einen Blumenstrauss gepflückt und mir einen Brief geschrieben. Es war ihr schon seit Tagen (ich wusste davon nichts) ein grosses Anliegen, dass ich unbedingt Frühstück im Bett haben sollte und organisierte das zusammen mit meinem Mann.

Klar berührt mich das und ich finde ihren Effort herzerwärmend. 

Aber das Schöne ist auch, dass sie mir auch unter dem Jahr einfach so hin und wieder selbst gepflückte Wiesensträusschen mitbringt und mir wenn ich offenkundig an mir als Mutter zweifle oder mich bei ihr entschuldige, offen und ehrlich sagt, dass ich meinen Job schon gut mache und ich endlich damit aufhören soll, an mir zu zweifeln. 

Am Ende das Tages zählt doch, was jeden Tag zurück kommt.

Und dass die Kinder dann glücklich sind, wenn die Mama das macht und verfolgt, was sie glücklich macht. Sei das jetzt als überzeugte Hausfrau, als Mama in Teilzeit oder Vollzeit. Wir sollten aufhören uns zu bewerten und uns gegenseitig unter Druck zu setzen.

Wir haben alle das gleiche Ziel. Wir wollen gute Mamas sein und geben unser Bestes!

Also dann! Lasst euch heute feiern, geniesst den Prosecco und die selbstgebastelten Geschenke, den Duft der Blumen, die extra für euch aufgedrehte Musik, die artigen Kinderlein, dass der Mann heute die Küche aufräumt (macht er ja sonst nie, ha, ha, ha. Klischee Alarm pur) und seid stolz auf euch!

Ihr seid bombastisch! 

Ach ja und falls ihr es noch nicht gesehen haben solltet, dass war mein ultimativer Muttertags-Geschenke-Tipp, den ihr aber auch einfach so bestellen könnt. Blumen sind das ganze Jahr über schön. 

Titelbild: © Noé & Zoë, Paul Paul Rossain. Hier geht's zum Noé & Zoë Interview mit Gründerin Nici Zinell. Und hier geht's zum letztjährigen Artikel.