11 Monate zurück in Zürich. Ein Fazit.

Mensch, wie ist es mir nun schwer gefallen, mich zu diesem Beitrag durchzukämpfen. Echt jetzt! Ich habe statt dessen das Haus geputzt, die zu kleinen Kinderkleider aussortiert, den Garten aufgeräumt, Maus geholfen Paninibildchen einzukleben (interessiert mich total nicht) und habe mir tatsächlich online noch kurz zwei Handtaschen bestellt (sonst geht’s gut, oder?).

Also. Seit gestern will ich zum Thema 11 Monate zurück in Zürich etwas schreiben.

Wieso mir das so schwer fällt? Keine Ahnung. Das frag ich mich auch gerade. Zumal ich mir eigentlich vorgenommen habe, nicht mehr bis Mitternacht am Rechner zu sitzen der jetzt ja eigentlich wieder Compi heisst. Jawohl, genau.

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Ok. Fast ein Jahr zurück. Und jetzt? Hoi Berlin? Hoi Zürich? Und überhaupt?

Fragt mich jemand, wie es mir / uns geht, kann ich mit gutem Gewissen und ehrlich antworten, dass es uns gut geht und die Entscheidung, zurück nach Zürich zu ziehen goldrichtig war. Ob ich Berlin vermisse? Mhmm. Jein. In Moment nicht. Zürich im Sommer ist soooo schön. Falls jemand noch ein paar Tipps braucht. Ich habe neulich zwei Zürich Städteguides zusammen gestellt. Hier einmal für das Himbeer Magazin, hier einmal für das Luna Magazin.

Kommt uns in Zürich besuchen. Es ist wirklich uh schön.

Nun. Ich könnte ja mal mit Maus beginnen. Es geht ihr gut. Sie hat sich nun endlich eingelebt und weint sich nicht jeden Abend in den Schlaf, weil sie ihre Berliner Freundinnen vermisst. Das ist übertrieben. Aber, sie hatte anfangs schon sehr grossen Liebeskummer, was ich total nachvollziehen konnte.

Nun hat sich das tatsächlich etwas gelegt und ich weiss nicht, ob es der „kommt Zeit kommt Rat“ Situation geschuldet ist oder unserem letzten Besuch in Berlin, wo sie alle ihre Freundinnen nochmals so richtig ausgedehnt getroffen hat und nun aber auch hier Freundschaften geknüpft hat, die ihr wichtig sind. Und. Sie ist jetzt acht Jahre alt. Das macht auch viel aus, wie ich finde. Ja! Wirklich. Das verflixte siebte Jahr ist vorbei.

Der heimliche Star ist aber eigentlich unser Garten. Den ohne ihn, wäre unser neues altes Zuhause nur halb so toll. Er ist unser erweitertes Wohnzimmer, der Ort, wo die Kinder in ihre Welten abtauchen können, wo sie ausgelassen spielen, einfach sein können, picknicken, Walderdbeeren sammeln und zuschauen können, wie das Gemüse wächst (am meisten die Kürbisse). Seit zwei Wochen haben wir jetzt auch noch 1000 Kompostwürmer die fleissig beobachtet werden. WormUp.

Mips ist in einer neuen Kita. Uff. Auch das war die richtige Entscheidung und es hat mich bestärkt, wieder viel öfters auf mein Bauchgefühl zu hören und nicht immer den Fehler bei mir zu suchen (oh, ich habe auch viele, so mein ich das nicht).

Und manchmal lohnt es sich, den Moment zu packen, wenn er kommt. Einmal mehr...

Nun ist sie an einem neuen Ort und es gefällt ihr sehr gut. Das Angebot scheint wie auch sie zugeschnitten zu sein. Götschen (mit Wasser spielen) im Badezimmer, Tiergesichter schminken, verkleiden, Toben im Dachgeschoss, Waldspaziergänge. Einfach ein lebendiges Angebot und viele viele Kinder. Das braucht sie.

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Der Mann ist auch glücklich. In der Nähe des Sees, des Waldes und der Berge. Aber auch in der Nähe seiner Freunde und Familie. Mich macht das im Übrigen auch sehr glücklich.

Es sind die kleinen Dinge, die Heimat für mich ausmachen. Die Nähe zu den Freunden. Ein Anruf und 10 Minuten Bus fahren und man liegt sich in den Armen. Sich gegenseitig beim Kinderhüten aushelfen. Sich zum Sport verabreden. Essen gehen. Die Grosseltern besuchen. Jemandem über den Weg laufen und spontan einen Kaffee trinken gehen. Solche Dinge. Vertrautheiten, die ich vorher nicht so wahrgenommen habe, anders geschätzt habe. Ein Nicken vom Kassierer in der Migros.

Mittlerweile ist mir klar geworden, ich kann nur im Ausland oder von Zuhause weg sein wenn alles bündig ist. Keine unausgesprochenen Situationen, nichts, was einen fahlen Beigeschmack hat. Ich habe die Monate des Ankommens auch damit verbracht, mich neu zu sortieren, zu kucken, wen ich noch an meiner Seite möchte oder von wem ich mich eher verabschiede. In Zürich und in Berlin.

Es braucht wirklich Zeit. Das Ankommen.

Auch wenn die Wohnung tipptopp eingerichtet ist und wir unsere alltägliche Routine mal mehr oder weniger im Griff haben. Es dauert. Und wenn ich heute in Berlin bin, dann ist es auch wie Zuhause zu sein nur anders. Ich gehöre (zumindest für den Moment) nach Zürich. Und das ist gut so. Hier tun sich so viele Möglichkeiten auf, dank Berlin, das hätte ich mir ja so nie zu erträumen gewagt. Ja!

Also insofern. Das Fazit wieder hier zu sein ist durch und durch positiv. Abgesehen von der Kinderbetreuungssituation und dass ausgerechnet unsere Schule eine der letzten sein wird, die das Tagesschulmodell einführen wird. Tja. Man kann nicht alles haben.

Auf Zürich! Aber auch auf Berlin! Cheers!