Hoi Berlin goes Pitti Bimbo #3 - So war's

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich war - ihr habt's alle mitbekommen - letztes Wochenende für drei Tage in Florenz, um mir da an der grössten Modemesse Europas die neusten Trends in Sache Kindermode anzuschauen. 

3 Tage Pitti Bimbo in der Fortezza da Basso mit 560 Kollektionen aus aller Welt.

Da ich mir immer 1000 Gedanken mache und überlege, wieso weshalb warum, war ich etwas nervös, als ich meinen Koffer packte. Ich wusste einfach nicht, was da alles auf mich zukommen würde, was von mir erwartet wird und wie sich das da so abspielen wird.

Das einzige, was ich mir vorgenommen hatte war, es ruhig anzugehen, offen zu sein und mich von meinem Bauchgefühl leiten lassen. So hatte ich keine fixen Termine (ausser die Modeschauen) und auch keine besonderen Brands im Kopf, die ich unbedingt besuchen wollte.

Und genau das war die richtige Entscheidung.

Ich hatte zuvor noch nie eine so grossen Messe besucht. Bis jetzt war die Playtime in Berlin das höchste meiner Gefühle und ist nicht vergleichbar mit der Pitti Bimbo. Und. Da ich kein expliziter Kinderfashion Blog bin, ist es ja bei mir auch nicht an der Tagesordnung, an Kindermodemessen herumzudüsen.

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Ich liess mich also erstmal treiben und versuchte mir ein Bild der vielen vielen Brands zu machen, die hier bereits die Sommerkollektionen vom nächsten Jahr präsentierten. Als erstes sah ich ganz viele Rüschen, italienchic und Mode, die mir auf den ersten Blick so gar nicht zusagte. 

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Die Besucher der Pitti Bimbo waren ein bunter Mix, der zu einer Sozialstudie einlädt, würde man sich drauf einlassen. Von der super hippen Bloggerin, über den clichébehafteten gut gekleideten italienisch aussehenden Businessman, hin zur russischen Mutter, mit ihrer aufgehübschten Tochter, in der Hoffnung auf ein nächstes Casting, über fancypancy Mums aus aller Welt, bis hin zu den ganz normalen Einkäuferinnen und Einkäufern.

Männer, Frauen, Kinder aus aller Welt. Alle für ein, zwei oder drei Tage miteinander in der bunten Welt der Pitti Bimbo verbunden.

Die erste Modeschau liess mich noch nicht so recht in den Modehimmel aufsteigen.

Ich sass, etwas irritiert vom Anblick der ernsten Kinderminen, die mit leichten Absatzschuhen und erhobenem Hauptes über den Laufsteg marschierten unter den Zuschauern und versuchte Instastories zu machen, weil das hier offensichtlich alle so machten. Die Musik war laut. Sehr laut und ich fragte mich, ob die Kinder das wirklich gerne taten.

Bereits die zweite Modeschau brachte dann aber die komplette Kehrtwende und liess mich aufatmen. Wow! Jetzt ging's ab! Es war bunt und unkompliziert. Und fröhliche Kinder wurden wie aus einer Tischbombe ausgespuckt und zeigten eine Auswahl an super coolen Brands aus dem Active Lab. Und sie hatten dabei förmlich Spass! Uff.

Also war ich doch am richtigen Ort gelandet! Yeah!

Ich hatte in der Zwischenzeit eine ganze Liste meiner Lieblingsbrands zusammen! Ich fand sie im bereits erwähnten #Activelab, bei KidzFIZZ, im Fancy Room und im The Nest. Und kann an dieser Stelle auch nur ein Bruchteil von ihnen erwähnen. Klickt auf die Links und schaut selbst vorbei, ihr entdeckt so viel neue tolle Brands!

 Bildcredit ©AKAstudio - collective for Pitti Immagine

Bildcredit ©AKAstudio - collective for Pitti Immagine

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Aber was war denn jetzt das Schönste für mich an der Pitti? 

Das allerschönste für mich war, dass ich mit ganz vielen Menschen ins Gespräch kam! Bei den Designern liess ich mich von den Kollektionen leiten. Stach mir etwas ins Auge, dann schaute ich, ob der Moment passt, ins Gespräch zu kommen. Viele Brands, die ich wirklich mag, wie zum Beispiel Mini Rodini, waren voll mit Terminen und hatten keine Zeit. Es geht hier ums Business und darum, Orders zu schreiben. Sprich, Bestellungen von Shops aufzunehmen und die Kollektionen zu verkaufen. 

Mein Privileg, mich als Bloggerin einfach mal Treiben zu lassen und zu kucken, was auf mich zu kommt war mir bewusst und ich wollte mich auch nirgends aufdrängen. Dadurch gelang ich an vielleicht noch weniger bekannte Brands, die mir von sich und ihren Visionen erzählten.

Nachhaltigkeit, besonders hautfreundliche Stoffe und Transparenz stehen ganz klar im Vordergrund.

Noch immer liegen Kirschen, Sprüche und Floralprints im Trend. Und etwas, was mich besonders anspricht: Motive, die sich rund um das Thema #unpluggedchildhood drehen. Also weg von Smartphone, Netflix und Co. Raus in die Natur und hin zu den altbewährten Spielen! Und das mit Kleidern, in denen sich die Kinder wohl fühlen, bewegen können und die erst noch gut aussehen (aber dieser Punkt ist ja den meisten Kids egal, sind wir mal ehrlich).

Aber zurück zu meinen Begegnungen. Ich sah in viele leuchtende Augen und liess mich von der Passion anstecken. Ebenso im Presseraum. Da traf ich unverhofft tolle Journalisten und Fotografen. Wir tauschten Visitenkarten, gaben uns Tipps, verrieten unsere Favoriten! Nach ein paar Tagen nickten wir uns vertraut zu.

Ich war geflasht. Wow!

Zurückblickend waren es genau diese Momente und die Gespräche mit den einzelnen Menschen, die die Pitti für mich so besonders machte. Für mich stand nicht im Vordergrund, irgendwo ein gratis Shirt zu bekommen oder irgendwelche Kooperationen aufzugleisen. Nein, das passt nicht zu Hoi Berlin und auch nicht zu Claudia Jucker.

  Stadtlandkind  meets Hoi Berlin. #itsamatch. Colors and Stripes at it's best. Bildcredit: Tobias SLK

Stadtlandkind meets Hoi Berlin. #itsamatch. Colors and Stripes at it's best. Bildcredit: Tobias SLK

Ich traf auf Gleichgesinnte, die für das was sie machen brennen!

Kindermode ist eine ganz eigene Welt. Ich bin da schon längst mitten drin, auch wenn das gar nicht mal so bewusst gewesen ist. Schon immer interessierte ich mich für Kinderbrands fernab von den "usual suspects", aber seit Maus auf der Welt ist, ist es meine Leidenschaft, sie ebenfalls für auffallende Muster, schöne Stoffe und coole Schnitte zu begeistern. Und Mips sowieso.

Nun. Es gäbe so viel mehr noch zu erzählen und vorzuschwärmen!

Das Farbkonzept der Messe. Die Umsetzung der Details! Die Professionalität der Organisation. Die P.O.P. Party, die Herzlichkeit. Das fänomenale Essen. Die Gestaltung und die Einblicke in eine Welt, die mir bisher noch nicht so nahe war, aber in Florenz auf jeden Fall ein Stück näher an mich heran gerückt ist.

Ich bin gespannt, wie's weiter geht. Grazie Pitti Immagine! Ha fatto molto piacere!

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Ein besonderes Dankeschön geht an Francesca Distefano und an Maria Stella Diana für die super Organisation und die Einladung für diese einmalige Pressereise! Und auch ein grosses Merci an Dimitra von Little Popup für die Empfehlung.

 Posing mit Dimitra von  Little Popup ,  Maria Stella Diana  und Peggy von  Paul & Paula . Bildcredit © AKAstudio - collective for Pitti Immagine

Posing mit Dimitra von Little Popup, Maria Stella Diana und Peggy von Paul & Paula. Bildcredit © AKAstudio - collective for Pitti Immagine

Die Fotos der Modeschauen hat die Kids Fashion Fotografin Emily Kornya gemacht. Danke, dass ich sie verwenden darf!