Hoi Berlin goes Pitti Bimbo #5 - Was ist eigentlich diese Pitti Bimbo?

Pitti Bimbo? Hä? Was ist das eigentlich? Eine italienische Kinderbrand? Und wieso kannst Du plötzlich nach Florenz reisen und zu so coolen Modeschauen gehen?

Diese und ähnliche Fragen haben mich in den Tagen während und nach meiner Pressereise an die Pitti Immagine Bimbo, auch einfach Pitti Bimbo (mein bevorzugter Name) oder noch kürzer #PB88 (die Zahl steht jeweils für die Ausgabe der aktuellen Messe) erreicht.

Es trudelten auch einige Winke mit dem Zaunpfahl von befreundeten und nicht so befreundeten Menschen ein, die meinten, sie würden mich also das nächste Mal gerne begleiten. Tja. Ich muss euch leider enttäuschen. Ich reise in diesem Fall wahnsinnig gern alleine. Wieso, erfährt ihr gleich.

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Also. Für alle, die jetzt endlich wissen möchten, was denn nun diese Pitti Bimbo genau ist und was ich damit zu tun habe, hier (m)ein kurzer Erklärungsversuch.

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Laut Wikipedia ist der Name Pitti auf den florentinischen Palazzo Pitti zurück zu führen. Da fanden zwischen den 50er und 80er Jahren die grossen Modeschauen statt. Seit 1988 findet die Modefachmesse zwei Mal jährlich statt, wobei die Pitti Uomo die bedeutendste ist. Die Pitti Bimbo (Kindermesse) folgt im Anschluss an die Uomo.

An der Messe, die vor allem auf Fachpublikum (v.a. Einkäufer von Shops und grossen Modehäusen) ausgerichtet ist, präsentieren sich Marken aus aller Welt und zeigen die Kollektionen, die nächstes Jahr in den Läden sein werden. D.h. letzten Juni habe ich die Kollektionen gesehen, die diesen Sommer auf den Markt kommen, jetzt im Winter, die Winterkollektionen, die nächstes Jahr heraus kommen.

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Ich habe das Privileg, dass ich mich in aller Ruhe an der Messe umsehen kann, um neue Trends aufzuspüren, mein Netzwerk aufzubauen, mit den Macherinnen und Machern meiner Lieblingslabels ins Gespräch kommen kann oder schlicht und einfach neue Marken kennenlerne und entdecke.

Dann berichte ich über meine Social Media Kanäle und den Blog darüber. Traumjob, I know.

Zudem bin ich zu Catwalks (Modeschauen) eingeladen und darf mir bei lauter Musik und aufwendig inszeniertem Bühnenbild, die kleinen grossen Models bewundern, die zum Teil sehr souverän über den Laufsteg stolzieren und sich an die einstudierte Choreografie halten (meistens). Die einen cool und lässig, die anderen mit erhobenem Kopf und Attitude.

In der ersten Reihe sitzen dann die wichtigen und einflussreichen Menschen, die, sobald die Musik erklingt, in den live Modus ihres Instagram Feeds wechseln oder sich die Show durch ihr Smartphone hindurch im Foto-oder Videomodus anschauen. Ich sitze meistens in Reihe drei oder so.

Vorne am Catwalk, dort wo die kleinen Models kurz Halt machen, um zu posen und zu lächeln, sitzen alle Fotografen und Fotografinnen und halten den Moment fest. Eine von ihnen ist Emily Kornya, eine junge Kindermode Fotografin aus Toronto, die es versteht, die Kinder natürlich und mit Style in Szene zu setzen. Sie hab ich auch an der Pitti kennen gelernt.

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Monnalisa, Annachiara, ValentinaAlice und Finale | Fotocredit ©Emily Kornya

Ich mag die Shows total gerne, vor allem die, die sich fernab der klassischen Schi Schi Kindermode bewegen und von Kreativität nur so strotzen.

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Pero Africa ©Emily Kornya

Pero Africa ©Emily Kornya

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Die Stimmung an der Pitti Bimbo ist sehr ausgelassen, kollegial und wohlwollend. Ich war erst zum zweiten Mal dabei, wurde aber total herzlich aufgenommen und integriert. So macht Arbeiten wirklich Spass und ist eine immense Bereicherung!

Natürlich picke ich mir unter all den vertretenen Brands, die heraus, die zu mir passen und die ich meinen Kindern auch anziehen würde. So entstanden schon wunderbare Kollaborationen, zum Beispiel mit Lea & Jojo aus der Westschweiz, die ich dank Judith, eine Journalistin von der Textilwirtschaft kennen gelernt habe. Das gute liegt ja meistens nah.

Was mir auch super gut gefällt und mich schon beim ersten Besuch an der Messe überrascht hat, ist das Visuelle Konzept, welches unglaublich gut umgesetzt ist und keinen (technischen) Aufwand scheut.

Es sieht einfach verdammt gut aus und man fühlt sich in der Welt der Pitti Immagine selbst wie auf einem Catwalk

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Out of the Box hiess die diesjährige Rahmenausstellung, die bereits an der Pitti Uomo gezeigt worden ist. Es handelt sich dabei um zehn grossformatige Bilder, die uns daran erinnern sollen, dass Nachhaltigkeit, faire Produktion und Umweltfreundlichkeit im Modebusiness heute als Selbstverständlichkeit aufgefasst werden müssen. Ten Photos in Respect for the Planet, ein Projekt von Reda für Pitti Immagine Uomo.

Zudem nutzen unzählige Besucher die Statements, um sich damit zu fotografieren. Ob zum Spass oder als Memo an sich selbst.

Auf jeden Fall blicke ich auf eine gelungene Messe zurück, die mir sehr viele neue Inputs, kosmische Aussichten und unvergessliche Florenz-Momente gegeben hat.

Grazie mille for having me!

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Fotocredits: The Pitti Box und Messebilder ©AKAstudio - collective | Finale Catwalk ©Giovanni Giannoni